Donnerstag, 11.10.2018

Ein besonderer Gottesdienst in Our Saviour's Church

Our Saviour's vor dem Brand Our Saviour's heute    

Our Saviour's hat eine ziemlich neue Kirche, selbst für amerikanische Verhältnisse, weil das vorherige Gebäude einem Brand zum Opfer gefallen war. Aber auch ansonsten ist hier vieles modern. Die Kirche liegt in direkter Nachbarschaft zu zwei Moscheen, weil es viele Somalis hier in der Gegend gibt, und die Gemeinde arbeitet mit diesen zusammen. Unter anderem wird dort Englisch unterrichtet, aber auch andere grundlegende Dinge, vom Nähen über Rechnen bis hin zu Hilfe in anderen Dingen. Ein paar Häuser weiter beherbergt die Gemeinde zudem Obdachlose. In den Gottesdiensten tanzen die Kinder auch schon mal, während gesungen wird, vor dem Altar, und diese lockere Atmosphäre durchzieht auch sonst den Gottesdienst.
Wir durften heute Abend einem besonderen 'Gottesdienst' beiwohnen, der in dieser Form hier zum zweiten Mal stattfand: Alle setzten sich an mehrere runde Tische, und dann wurde nach einem kurzen Lied zunächst gemeinsam gespeist. Bei einem weiteren Lied war Gelegenheit, Kerzen anzuzünden, die Kinder waren als Erste dazu aufgefordert. Danach ging es weiter mit einer Besinnung, wobei der Kelch an jedem Tisch herumgereicht wurde und jeder etwas dazu sagte, was ihm auf dem Herzen liegt, und warum der Kelch für ihn wie voll ist. Das gemeinsame Essen und dieser Austausch stifteten sogleich Gemeinschaft am Tisch. Nach einem weiteren kurzen Lied wurde ein Bibeltext gelesen, zu dem es dann aber keine Predigt gab, sondern verschiedene Fragen als Anstoß, um sich am Tisch darüber auszutauschen. Das klappte auch wunderbar, von der Sprachbarriere bei manchen einmal abgesehen. Schließlich feierten wir auch noch Abendmahl miteinander, indem wir Brot und Wein nach der Einsegnung durch die Pastorin Laurie Eaton am Tisch einander reichten. Und am Ende sprachen wir uns untereinander den Frieden zu. Paul Rogers, der länger in Deutschland als Pfarrer gearbeitet hatte, nutzte die Gelegenheit, Leipziger Gäste zu haben, dazu, auf den Leipziger Herbst hinzuweisen, und ließ die Gemeinde gemeinsam 'Frieden schaffen ohne Waffen' sprechen, natürlich nicht ohne die entsprechende Erklärung dazu. Wir sollten dann auch ein deutsches Friedenslied singen und stimmten spontan ein eher internationales an, nämlich Dona nobis pacem, das konnten dafür aber auch die Amerikaner mitsingen. Es ist unglaublich, wie viel Gemeinschaft wir hier erleben dürfen, wie groß die Gastfreundschaft ist, wie neugierig alle auf uns sind und wie viel wir hier entdecken können, das uns ganz neue Impulse gibt!
                                                                                   Antje